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Reichelsheim

Den Marktflecken „Richoldsheim“ soll der fränkische Edling Richold am Ende des 9. Jahrhunderts gegründet haben. Urkundlich erwähnt wird der Ort jedoch erst im Jahr 1303 als Richelinsheim. Rund 60 Jahre zuvor war von den Schenken zu Erbach Schloss Reichenberg erbaut worden. Kurze Zeit später wurde auch die Burg Rodenstein errichtet.
Das 1554 als Zenthaus erbaute Rathaus (heute Regionalmuseum) beherrscht noch heute den Marktplatz. Es ist das älteste Fachwerkrathaus Deutschlands mit der Mannfigur als Verstrebungsform.

Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618 war die Einwohnerzahl bis auf etwa 160 angestiegen. Dieser Krieg bedeutete auch für die Reichelsheimer eine lange Schreckenszeit, in der die Bewohner immer wieder auf Schloss Reichenberg Schutz suchen mussten. Im fünften Kriegsjahr wurden bei einem Brand etwa zwei Drittel aller Häuser zerstört. Unter anderem verbrannten im Rathaus auch alle Urkunden aus früherer Zeit.
Nach Kriegsende wuchs die durch die Kriegswirren, Seuchen, Hunger und Abwanderung stark dezimierte Bevölkerung wieder auf 120 Personen an, hauptsächlich durch Einwanderer aus der Schweiz.

Als im Jahre 1806 Reichelsheim mit der Grafschaft Erbach dem Großherzogtum Hessen zufiel, zählte der Ort 832 Einwohner. Trotz Hungerjahre, dreier Kriege, Revolution von 1848 und Auswanderung wuchs die Gemeinde bis 1858 auf ungefähr 1.800 Einwohner an, beinahe so viel wie zu Beginn des Zweiten Weltkrieges auch.

Beide Weltkriege bedeuteten für Reichelsheim große Verluste an Menschenleben. Nach 1945 siedelten sich hier Firmen an, die Arbeitsplätze für mehr als 1.000 Personen schufen. Leistungsfähige Mittelstandsbetriebe, Möbelfabrik, Sägewerk, Lederwarenfabrik sowie Hoch- und Tiefbauunternehmen trugen zur Weiterentwicklung des Ortes bei.

Unser Ur-Ur-Großvater Johann Phillip Uhrig (*1865) kam um 1885 aus Fränkisch-Crumbach nach Reichelsheim. Er lebte mit seiner Familie zuerst in der Schwestergasse im Haus Nummer 1.

Schwestergasse
Die Schwestergasse in Reichelsheim, aufgeommen im Jahr 1900

1903 erwarb Johann Philipp Uhrig ein Grundstück in der "Leimenhohl", Flur I Nr. 311, dass heutige Anwesen im Eberbacher Weg Nr. 14. Das 800 qm große Grundstück kaufte er von der evangelischen Kirche in Reichelsheim. Auf diesem Grundstück baute die Familie 1905 dann ein eigenes Wohnhaus. Dort lebt die Familie nun schon bereits in der 5ten Generation.