Nach Auffassung des Namensforschers Hans Bahlow ist der Name Urich von dem alten deutschen Personennamen „Ulrich“ abgeleitet, welcher selbst wiederum von dem Althochdeutschen „uodal-rich (Odal-rik)“ hergeleitet ist.
- Ôd(al) bedeutet Erbgut oder „Heimatland“
- Rich (rik) bedeutet mächtig, Herrscher (König)
Dieser Name war, bedingt durch den berühmten St. Ulrich, im Mittelalter in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich sehr populär gewesen. St. Ulrich, Bischof von Augsburg in Bayern, hatte im 10. Jahrhundert zweimal die Verteidigung der Stadt gegen die einfallenden Ungarn angeführt.
Die unterschiedlichen Aussprachen bzw. Schreibweisen dieses Familien-namens sind u. a.: Uhrig, Urich, Urech, Uhrich, Urig, Urick, Uhrick, Ourique (Portugal und Spanien).
Die Annahme von Hans Bahlow erscheint auf den ersten Blick nahe liegend, muss aber nicht zutreffend sein. Ein gewisser Zweifel entsteht, wenn man bedenkt, dass zu Beginn des 15. Jahrhunderts in den damaligen Wohnorten der genannten Namensträger auch solche mit dem Namen Irig und Irich vorkommen. Es drängt sich einem dabei der Gedanke auf, zwischen diesen Namensformen könnte eine Beziehung bestehen, d. h. sie könnten gleichen Ursprungs sein.
Der Name Irig, Ihrig kommt auch als Yrich und Ürich vor. Diese letzteren Formen stehen dem Namen Urich schon näher, außerdem erscheint Urich und Urig auch mit einem "V" als "U" und dieses ist dem Y in der damaligen Schreibweise ebenfalls sehr ähnlich.Aus der Schriftgeschichte erfährt man, dass der Vokal U wie wir ihn heute kennen erst spät zu unserem Alphabeth gekommen ist. Bei den alten Römern, wo der Ursprung unserer lateinischen Schrift zu finden ist, wurde der Vokal mit einem V dargestellt. Dies könnte die unterschiedliche Schreibweise erklären. In der griechischen Schrift wird er heute noch OY geschrieben.
Man vergleiche auch das Pergament und das Siegel des Schweizer Rheinfelder Schultheissen Christoffel Urich, der in seiner Amtszeit seinen Namen auf drei verschiedene Arten geschrieben hat: Ulrich, Uerich, Urich. Schlussendlich trägt sein Siegel eine weitere Variante: Vorich. Ob alle Varianten als U ausgesprochen wurden, ist unklar, jedoch ist anzunehmen, dass obiger Schultheiß nur eine Aussprache kannte.
Es ist äußerst bedauerlich, dass die Archivalien der Grafschaft Erbach im Staatsarchiv Darmstadt 1944 vernichtet wurden, sodass keine Möglichkeit mehr besteht, nach dem Namen Urich und Irich in jenem Teil des Odenwaldes vor 1400 zu forschen. Auf Grund dieser Betrachtung bleibt es offen, ob Urich aus Ulrich entstand oder gemeinsam mit der Form Irich (und ähnlich) aus einer andern, bisher nicht deutbaren Wurzel hervorging. Durch die schon vor der Vernichtung des Darmstädter Archivs durchgeführten partiellen Forschungen und vor allem dank der einschlägigen Publikationen und hinterlassenen Manuskripte des Odenwald-Forschers Friedrich Höreth kann die Urich-Genealogie zumindest in zwei Linien (Hauptstämmen) bis etwa 1400 in lückenloser Reihe zurückverfolgt werden.
Die zur Erstellung dieses Buches zugrunde liegenden Aufzeichnungen zur Erblinie der Familie Uhrig haben mehrere unterschiedliche Schreibweisen: